Bereits am 12. September veröffentlichte ein vermummter junger Mann ein „Musikvideo“ als „politisches Statement“ zum Präsidentschaftswahlkampf in Österreich. Er nennt sich selbst „Gauna“ und scheint sich für einen „Gangster-Rapper“ zu halten, der möglichst drastisch provozieren muss. Nach der Meinung vieler, ging er dabei aber zu weit. Die Textzeile „Drauf geschissen. Werde weiter gegen Rechte hetzen. Bis ein Politiker stirbt.“ wird von Medien als Mordaufruf interpretiert. Nach kurzer Recherche fanden Redakteure von Austropress heraus, dass es sich bei dem „Musiker“ um keinen Unbekannten handeln dürfte. Nachdem von Unterstützern des Kandidaten Van der Bellen schon wenig nachvollziehbar gemutmaßt wurde, dass der Urheber bei der FPÖ zu verorten wäre, um den Grünen zu schaden, dürfte die Klärung seiner Identität für viele Menschen spannend sein.
Am Ende des umstrittenen Videos auf YouTube bewirbt „Gauna“ ein Album, welches auf Qobuz.com zu finden ist. (Das Album bei Qobuuz.) Hier ist als Komponist namentlich ein Stefan K. erwähnt. Die Musikstücke klingen sehr ähnlich. Natürlich sind Untersuchungen von beeideten Fachleuten abzuwarten – aber für den Laien hört es sich so an, als ob hier derselbe Künstler rappt. Ebenso auf YouTube ist eine Homepage angegeben: Homepage Allesmeins – diese führt auf Homepage Maskenkilla. Im Quelltext der Seite finden sich eine Reihe von Stichwörtern die auf „Gauna“ hinweisen und weitere Pseudonyme offenlegen. „Gauna, GAUNA, Der X, Der XX, Maskenkilla, Der Xer, Xer, AllesMeins, Alles Meins“. Folgt man der Spur durch diverse einschlägige Diskussionsforen, findet man Einträge, in denen der Werdegang des Künstlers beschrieben wird.
Ist „Little DJ Ötzi“ der Anti-Hofer-Rapper „Gauna“?
Bevor er sich „Gauna“ nannte, sollen seine Pseudonyme „Maskenkilla“ und „King Egy“ gewesen sein. Und noch früher wäre er unter dem Namen „Little DJ Ötzi“ bekannt gewesen. Außerdem benutzte er eine Zeit lang den Namen SKR (Stefan K. Rapper). Ebenso finden sich Behauptungen, dass K. sich als „Little Bushido“ versucht hätte. Der während seiner Karriere vor allem durch Geltungsdrang auf Kosten der Markenrechte Anderer auffällig gewordene junge Mann dürfte die Chancen von lukrativen Sponsorgelder linkstendenziöser öffentlicher Hände gewittert haben und sich deshalb mit dem umstrittenen Machwerk bei der linken Politszene anbiedern.
Frühere Auftritte in „Tausche Familie“ und „Taff“
K. wurde unter dem Künstlernamen „Little DJ Ötzi“ tatsächlich einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er trat in TV-Formaten wie „Tausche Familie“ (http://b2b.atv.at/contentset/2317591) und „taff“ auf. Der Effekt auf den Zuseher wurde zu jener Zeit eher mit „peinlich berührt“ beschrieben. Angeblich stammt K. aus weniger privilegierten Verhältnissen und soll schon in jüngsten Jahren von seinem Vater zur Musikkarriere gedrängt worden sein. Mit seiner Familie zog er im Wohnwagen durch das Land. Dass dazumals die Persönlichkeits- und Urheberrechte von „DJ Ötzi“ berührt wurden, fiel erst bei den TV-Auftritten auf. Der eigentliche Markeninhaber sorgte hier juristisch für ein Ende.
Die kommenden Tage werden Klarheit bringen
Es ist davon auszugehen, dass K. in den nächsten Tagen von privaten und öffentlichen Seiten zu dem Musikvideo gegen Norbert Hofer befragt werden wird. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung
Youtube: Das Video von „Gauna“
https://kurier.at/politik/inland/bp-wahl-anti-hofer-rap-empoert-fpoe/223.451.760
LT1 Bericht über „Maskenkiller“ aus dem Jahr 2011
http://www.vol.at/bis-ein-politiker-stirbt-anti-hofer-rap-empoert-fpoe/4932336